Gewaltfreie Kommunikation

"Gewaltfrei"

Eine Haltung und Handlung, die sowohl meine als auch die Bedürfnisse des anderen beachtet.

"Kommunikation"

Ein Mittel, um mit uns und mit anderen in Kontakt zu kommen.

Aufbauend auf den Erkenntnissen der humanistischen Psychologie Carl Rogers entwickelte Dr. Marshall Rosenberg in den 70er Jahren das Modell „Gewaltfreie Kommunikation“. Bei Konflikten im zwischenmenschlichen Miteinander entstehen natürlicherweise Gefühle, wie Ärger, Frust, Angst oder Trauer. Im Prozess der GFK werden die Ursachen eines Konfliktes transparent gemacht.

Durch bewusste Art zu reden und zuzuhören, erleben wir eine respektvolle und einfühlsame Form von Aufmerksamkeit sich selbst und anderen gegenüber.

„Worte können Fenster oder Mauern sein!“

logo giraffe wolfIn dem Erleben, ernst genommen zu werden, reduzieren sich Widerstände und Abwehrreaktionen, sodass eine Klärung des Konfliktes ermöglicht werden kann. Durch geschulte Wahrnehmung können die eigenen Gefühle und Bedürfnisse klar benannt werden. Dr. Marshall Rosenberg verwendet zur Verdeutlichung der Unterschiedlichkeit der Kommunikationsmuster die Tiersymbole Wolf und Giraffe. Der Wolf ist das typische Rudeltier. Ihm fehlt der Überblick, er handelt sehr schnell und er bewertet in den Kategorien „richtig“ und „falsch“, „gut“ und „schlecht“. Dabei verknüpft er das für ihn negative Verhalten einer Person mit einer Bewertung über diese Person. Aus „Das ist schlecht für mich“ wird schnell “Du bist schlecht!“

Diese Denkweise führt in der Regel zu Ärger, Angriffen und Verteidigung – sehr selten zu Verständnis und Kontakt zu sich selbst und anderen. Ich glaube, wir kennen alle genügend Beispiele, wo wir als Wolf reagieren. Wir schaukeln uns hoch, sind oftmals anschließend noch unzufriedener mit uns selbst oder/und mit dem anderen. Aus dem Ursprungskonflikt entstehen neue Konflikte.

Die Giraffe – sie ist das Landtier mit dem größten Herzen, sie überschaut alles und steht symbolhaft für eine Herz - zu Herz – Verbindung. Die Giraffe ist stets in Kontakt zu ihren eigenen Bedürfnissen und Gefühlen und versucht, die Bedürfnisse und Gefühle des anderen herauszufinden, um so eine Verbindung herzustellen.

Die Giraffe übernimmt Verantwortung für ihr Verhalten.

„Ich finde gut, dass mir nicht das Schimpfen, Fluchen verboten wird. Manchmal muss die „Wolfsshow“ laufen, aber ich kann anschließend herausfinden, was mich gerade so wütend macht, was ich eigentlich gerade in dem Moment gebraucht hätte, um mir Selbsteinfühlung zu geben, um dann zu überlegen, wie fahre ich fort, um es nicht weiter eskalieren zu lassen, um dabei meinen Wunsch (Bedürfnis) erfüllt zu bekommen, aber nicht auf Kosten des anderen“. (Aussage einer Teilnehmerin)

Die Grundlage der GFK beinhaltet 4 Schritte. Mit diesen Schritten und der inneren Haltung der GFK können Sie sich für Ihr Anliegen einsetzten und dies anderen Menschen auch zugestehen.

Das stärkt Ihre Beziehungen und erweitert Ihre Handlungsspielräume – innen und außen.

Vier Schritte:

  1. Schritt:     Beobachtung     Welche Handlung stört Sie?
  2. Schritt:     Gefühl     Wie fühlen Sie sich dabei?
  3. Schritt:     Bedürfnis     Um welches Bedürfnis geht es Ihnen?
  4. Schritt:     Bitte/Handlung     Worum bitten Sie, um Ihr Bedürfnis zu erfüllen?

Nutzen der GFK

  • Mit sich selbst einfühlsam umgehen zu können
  • Vertiefung von persönlichen Beziehungen (Familie, Paarbeziehungen, Freunde)
  • Bessere Kontakte am Arbeitsplatz, in der Schule, im Kindergarten
  • Möglichkeit bei Auseinandersetzungen und Konflikten auf allen Ebenen zu vermitteln

Ich arbeite in meinen Tätigkeitsfeldern auf Grundlage der GFK und biete zu diesem Thema Vorträge, Seminare und Fortbildungen an.